2017 – Geschäftsführerwechsel bei der ORGANICA® Feinchemie GmbH Wolfen

Ab dem 1. Januar 2017 übernimmt Dr. Jörg Blumhoff, der bisherige Prokurist und Marketingleiter der ORGANICA®, die Leitung des Unternehmens.  Hierbei wird der Staffelstab von Dr. Bodo Schulze weitergegeben, welcher das Unternehmen im Jahr 1995 mitbegründete und über 20 Jahre prägte. Nichtsdestotrotz wird Dr. Bodo Schulze dem Unternehmen weiterhin als Berater zur Verfügung stehen.


2016 – Erfolgreichstes Geschäftsjahr der ORGANICA® seit Gründung im Jahr 1995

Die ORGANICA® blickt auf das erfolgreichste Geschäftsjahr Ihrer bisherigen Unternehmenstätigkeit zurück. So beträgt der Umsatz im Geschäftsjahr 2016 15,5 Mio. EUR. Dank des guten Ergebnisses plant die ORGANICA® für das Jahr 2017 Investitionen in Höhe von 1,5 Mio. EUR.  Mit diesem Budget sollen unter anderem die Produktionskapazitäten erweitert und flexibilisiert werden um den Herausforderungen der Zukunft begegnen zu können.


2016 – Aufstellung der neuen thermisch-regenerativen Abgasreinigung

Im September wurde die neue thermisch-regenerative Abgasreinigung der ORGANICA® in Betrieb genommen, so dass auch in Zukunft die höchsten Umweltstandards am Standort eingehalten werden.

 

 

 

 

 


2014

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Im Dezember wurde unser neues Tanklager in Betrieb genommen, welches über zwei Bauabschnitte im Laufe des Jahres realisiert wurde.

 

 


2013

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Im Januar wurde das neue Lösungsmittellager in Betrieb genommen. Durch diese Erweiterung der Kapazitäten im Lagerbereich von ORGANICA® stehen nun zusätzliche 148 EU-Palettenstellplätze zur Verfügung.

 

 

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Steigerung der Produktionskapazitäten bei ORGANICA®!
Zwei neue 500l-Reaktoren wurden in Betrieb genommen, in denen Reaktionen bei Temperaturen bis 230 °C durchgeführt werden können und auch die Destillatvorlagen sind bei Bedarf beheizbar. Desweiteren sind Vakuumdestillationen bis 10 mbar möglich.

 


2011

Gesellschafterwechsel bei der ORGANICA® Feinchemie GmbH Wolfen

Mit Kaufvertrag vom 30. November 2011 erwarben die WITEC GmbH mit Standort in Laasdorf (Thüringen) 94% und deren Geschäftsführerin Frau Anastasia Zepik 6% der Anteile an der Organica Feinchemie GmbH Wolfen. Frau Zepik wurde auch zur Geschäftsführerin der ORGANICA® Feinchemie GmbH Wolfen berufen. Dr. Bodo Schulze, Mitgründer der ORGANICA® im Jahr 1995 und seitdem auch Geschäftsführer, wird diese Funktion bis 2016 ausüben. Damit ist die Kontinuität der erfolgreichen Kundenbeziehungen und die Entwicklung des Geschäfts gesichert.


2009

ORGANICA startet die Massenproduktion von hochreinen Farbstoffen für die Grätzel-Zelle (DSSC). Die farbstoff-sensible Zelle steht für die dritte Generation von Solarzellen. Seit ihrer Entdeckung vor 20 Jahren wurden phänomenale Schritte in der Entwicklung gemacht. Wirkungsgrade von über 12 Prozent und eine hervorragende Stabilität sind erreicht. Damit stellt die DSSC eine ernstzunehmende Alternative zum pn-Übergang konventioneller Photovoltaik-Syteme dar. In puncto Kosten, Effizienz, Stabilität und Verfügbarkeit sowie Umweltverträglichkeit blickt die DSSC einer großen Zukunft in der Solarbranche entgegen.

ORGANICA begann bereits 5 Jahre zuvor mit der Entwicklung von verbesserten Syntheseverfahren, dies ermöglichte der Gesellschaft die Erweiterung der Produktion bis hin zum Multi-Kilogramm-Maßstab. Eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der großtechnischen DSSC Produktion war die Möglichkeit der Senkung der Herstellungskosten durch die nachhaltige Erhöhung der Produktionsmenge.

Die erste von ORGANICA entwickelte Synthese von einem DSSC-Farbstoff war Dye 11070 (N719) CAS: 207347-46-4, heute der häufigste Hochleistungs-Farbstoff. Dye 11070 folgte Dye 11092 (Z907) CAS: 207347-46-4, eine hydrophober Farbstoff, der sehr effizient sensibilisiert.
Dye 11092 (Z907) bietet eine große Langzeitstabilität von der DSSC-Leistung. 2009 wurde die industrielle Synthese des ersten Energie-Relay-Dye (ERD) 57490 (PTCDI) CAS: 112078-08-7 entwickelt. ERD ermöglicht einen höheren Ertrag durch die Absorption hochenergetischer Photonen. Dies erweitert das gesamte Absorptionsspektrum bei gleichbleibender Schichtstärke. Im Jahr 2010 wird die Entwicklung der Synthese von Dye 58310 (C106) CAS: 1152310-69-4 fertig sein. Dieser Farbstoff ermöglicht eine noch bessere Lichtausbeute und erhöht den Wirkungsgrad der Zelle um bis zu 11,4%.

ORGANICA bietet diese Farbstoffe in Größenordnungen von Gramm bis Kilogramm an.

Der Verkauf von DSSC-Farbstoffen kann nur an Firmen erfolgen, welche die Lizenz von der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) erhalten haben.


2007

Aufbau und Inbetriebnahme einer thermisch- regenerativen Abluftverbrennung zur sicheren Unterbietung der von der neuen TA- Luft geforderten Emissionsgrenzwerte auch bei steigenden Produktionsmengen.

 Am 01. Juni 2007 schlossen die beiden Inspektorinnen der FDA, Mrs. Helen Ricalde (New Jersey) und Mrs. Yvonne Mc Knight (Philadelphia), ihre 4- tägige Inspektion der Anlagen der ORGANICA zur Herstellung des Diagnosefarbstoffs Indocyaningrün ab und konnten der Herstellung und Prüfung dieses Diagnosefarbstoffes cGMP- Konformität bestätigen. Die Herstellung erfolgt im Kilo- Lab unter Reinraumklasse 7 (10.000). Neue Diagnosetechniken der Firmen PULSION Medical Systems AG und der US-Firma Novadaq Technologies Inc. führten zu einem Bedarfsanstieg insbesondere auf dem US- amerikanischen Markt. Ausgehend vom nunmehr erreichten Stand wird die ORGANICA ihr Angebot zu GMP- Auftragssynthesen ausweiten und in entsprechende neue Produktionsanlagen investieren.


2006

Inbetriebnahme eines neuen 500 Liter Autoklaven der Firma Hofer. Damit wird die Kapazität zur Durchführung von Hochdruckreaktionen bis 50 bar verdoppelt (Hydrierung, reduktive Aminierung).

 

 

 

 


2004

Neubau einer Anlage zur Durchführung von Reaktionen mit Schwefelkohlenstoff, bestehend aus einem Edelstahlreaktor (630 Liter), einem emaillierten Kristallisator (1600 Liter) und einer PP-Filterpresse.

 


2003

Für DVD+R und DVD- R wird mit dem Dye 10930 ein Farbstoff mit verbesserter Licht- und Klimastabilität auf dem Markt eingeführt.


2002

ORGANICA entwickelt gemeinsam mit FEW Chemicals GmbH den ersten Farbstoff für DVD-R in Europa – Dye 967.


1998

Entwicklung erster Farbstoffe (Dye 393 – 03930) und Zwischenprodukte für beschreibbare optische Speicher höherer Speicherdichte. Im gleichen Jahr wurde mit der Errichtung eines neuen Kilo- Labs die Voraussetzung geschaffen, um Diagnose- und Therapiefarbstoffe und bei Bedarf auch andere parenterale Wirkstoffe unter cGMP herzustellen.


1996

Entwicklung und Produktionsüberführung neuer substituierter Phenylmercaptotetrazole (00610, 05470, 05630) durch Bilas.


1995

Privatisierung des chemikalienproduzierenden Bereichs der Filmfabrik, Gründung der ORGANICA Feinchemie GmbH Wolfen. Die Produktpalette gliedert sich in Photochemikalien, hierbei insbesondere Stabilisatoren, Antischleiermittel, Härtungsmittel, Sensibilisatoren und Farbstoffe, pharmazeutische Zwischenprodukte, wie 4- Fluorbenzylamin (00450), 4- Jodanilin (00040), 4- Jodanisol (60130), 4- Methyl- 1,2,4- triazol- 3-thiol (01740) und Phthalimid- Kalium (00321) sowie Feinchemikalien von allgemeiner Bedeutung, wie Malondianil (45410), Glutacondianil (13710), Butansulton (13671), Rhodaninessigsäure (13500) und eine Reihe spezieller Heterocyclen, z.B. 2,3,3- Trimethyl- 4,5- benzoindolenin (13700).
ORGANICA verfügt heute über das Know- How zur Herstellung von über 2500 Produkten in Form von Produktions-,Technikums- oder optimierten Laborverfahren.
Ein wichtiges Tätigkeitsfeld sind Auftragssynthesen, bei Bedarf mit Geheimhaltungsvereinbarungen. Es wird dabei entweder nach Verfahren des Auftraggebers, als auch nach eigens entwickelten Verfahren gearbeitet.
Weiterhin bietet die ORGANICA Feinchemie Laserfarbstoffe und Farbstoffe für die optische Aufzeichnung und medizinische Diagnose an (Spezialkatalog auf Anfrage).


1992

Gründung der Filmfabrik Wolfen GmbH. Außer Photochemikalien werden jetzt auch Feinchemikalien angeboten und verkauft.


1990

Umwandlung der Filmfabrik in eine Aktiengesellschaft und verstärkte Orientierung auf die Erfordernisse des Weltmarktes. Es wird begonnen, die im Geschäftsfeld Organica produzierten Chemikalien weltweit zu vermarkten. Seit 1945 wurden 297 Bauelemente für die über 150 fotografischen Silberhalogenidmaterialien produktionsseitig eingesetzt und dabei größtenteils im Betrieb Zwischenprodukte der Filmfabrik Wolfen hergestellt. Im einzelnen sind dies 49 Farbkuppler, 27 Stabilisatoren / Antischleiermittel / Antioxidantien, 60 spektrale Sensibilisatoren, 45 Bausteine für die Emulsionsherstellung, 34 Filter-, NC- und Korrekturfarbstoffe, 15 Härter, 15 Netzmittel, 19 Polymere und 33 sonstige fotografische Bauelemente.


1988

Nach einem zwischenzeitlichen Import werden im neu errichteten Zwiprotechnikum die ersten eigenen Ölkuppler produziert.


1985

Die Arbeiten von Birr/Walther/Fischer/Engelmann zu Antischleiermitteln, teilweise mit einer Verbesserung der Löslichkeit durch Substitution mit Carboxy-, Hydroxy- und Sulfo- Gruppen sind abgeschlossen und diese produktionsmäßig eingeführt. Die Verwendung erfolgt hierbei auch als sogenannte Zusatzstabilisatoren des Sta- Salzes. Beispiele derartiger Verbindungen sind 1- Phenyl- 5-mercaptotetrazol (12580,PMT), 4- Hydroxy- PMT (12090), PMT- Disulfid (12430), Tiron (12200), 6- Amino- 2-thiouracil (12230), 3- Mercapto- 5-phenyl- 1,2,4- oxadiazol, 4,5,6,7- Tetrachlorbenztriazol und 3- Mercapto- 1,2,4- triazol.


1980

Für das neue Farbsystem werden für 22 Ölkuppler die Produktionsverfahren, einschließlich der dafür notwendigen Zwischenprodukte ausgearbeitet.


1970

Alle Stabilisatoren sowie der Mechanismus der fotografischen Stabilisierung werden in der von Birr bearbeiteten Monografie zusammengefaßt. Fischer wird in der in Arbeit befindlichen zweiten Monografie die bis 1988 erschienenen 2293 Patente auf dem Gebiet der fotografischen Stabilisierung erfassen und bewerten.
Anfang der 70er Jahre zeichnet sich ab, daß sich Wolfener Kinematerialien mit Fettrest- Kupplern und einer Verarbeitung mit der Farbentwicklersubstanz T 22/CD 1 nicht analog den auf dem westlichen Markt vorherrschenden Farbmaterialien in den Prozessen ECN II und ECP II mit den Entwicklersubstanzen CD 2 bzw. CD 3 verarbeiten lassen. Es beginnen eigene Forschungsarbeiten zur Synthese und Verwendung von sogenannten Ölkupplern.
In den Jahren nach 1970 werden von Plaschnik erfolgreich Härtungsmittel des Cyanursäure- und Carbamoyl- Typs für die Hochtemperaturverarbeitung moderner Farbfilme eingeführt (12070).


1965

Das Thiobarbitursäure- Pentamethinoxonol 134611 mit der Möglichkeit der Silbersalzbildung an beiden Auxochromen wird zur Schärfeverbesserung des Spitzenfilms NP 15 auf dem Schwarzweißgebiet und nachfolgend in höherempfindlichen Schwarzweißmaterialien eingesetzt.


1964

Die Wolfener Erzeugnisse etablieren sich unter dem neuen Warenzeichen ORWO (ORiginal WOlfen).


1960

Die Forschung nach Stabilisatoren wird fortgesetzt. Weitere 500 werden unter Anwendung von elektro- und nucleophilen Substitutionen, sowie unter Einbringung von SH- bzw. SR- Gruppierungen synthetisiert. Erfolgreich können das Brom- Sta- Salz (32710) und das 2‑Methylthio- Sta- Salz (32740) ausgetestet werden.
Als Antischleiermittel / Zusatzstabilisatoren werden zunehmend auch Antioxidantien in fotografischen Emulsionen eingesetzt. Sie werden in Wolfen von Walther und Fischer bearbeitet. Ein noch heute aktueller Vertreter ist das Spirobisindan 12422.
Als letzte Gruppe in der Stabilisierung/Klarhaltung fotografischer Emulsionen/Schichten müssen die Blau- Sensibilisatoren genannt werden. Bereits Eiserbeck setzte bei der Herstellung von Kernspurplatten in Wolfen ein kurzwellig absorbierendes Merocyanin (12820) ein; für Colormaterialien finden moderne Blausensibilisatoren (12670,12770, 12810. 12820, 12900, 12930, 12950) Verwendung.


1956

Die Gelatine- Schichten der Filme werden bislang mit Glyoxal, Diacetyl und Chromacetat gehärtet. Besonders für eine Verarbeitung in Tropenländern reicht diese Härtung, speziell der Schwarzweiß-Kine- Filme, nicht mehr aus. Innerhalb von einem Jahr werden von Walther wirksamere organische Härtungsmittel mit Epoxy-, Acryl- und Aziridin- Gruppen synthetisiert und patentiert.


1954

Auf der Grundlage der Erfindung von Meyer zur Verwendung von inneren Salzen der Cyanin- Farbstoffe werden durch Brunken/Bach/Eckert/Großmann Sensibilisatoren für den grünen (12690, 12840, 12850, 12890, 12910) und roten Spektralbereich (12710, 12720, 12760, 12860, 12870, 12880) synthetisiert und in Schwarzweiß- sowie Farbmaterialien eingesetzt. Als Quaternierungsmittel dienen die erstmals in Wolfen hergestellten Propansulton, Butansulton, cyclische Sulfate und Halogencarbonsäuren. Bach und Ebersbach gelingt es, mit der Ausarbeitung von Eintopfverfahren die Herstellung der spektralen Sensibilisatoren wesentlich zu rationalisieren. Als spezielle Rot- Sensibilisatoren, teilweise mit ausgeprägter „Grünlücke“, werden dreikernige Cyanine, d. h. mit drei unterschiedlichen Heterocyclen als Auxochrome entwickelt (12920).
Für die Röntgen- Schirmbildfotografie und für Druckmaterialien stellt Brunken spezielle Merocynine als Grün- Sensibilisatoren her (zum Beispiel 12730)


1953

Übergabe der Filmfabrik an die DDR und Gründung des VEB Film- und Chemiefaserwerkes AGFA Wolfen.
Nach den bis 1950 in der Filmfabrik sowie der Farbenfabrik Wolfen hergestellten Filter- und Korrekturfarbstoffen Zaponechtblau 3G C.I.51004, Cellitonechtgelb G C.I.11855, Säuregrün 940, 4,4′-Bis(3- carboxy- 4-chloranilino)tritylchlorid (12220), Naphtholgrün B C.I.10020 (12500), 4,4′-bis[bis(2- hydroxyethyl)amino]-4“-chlortritylchlorid (12450), Filterblaugrün (12461), Anthralangelb 1, Echtlichtorange GX, N- Acetyl- 2-(2- hydroxy- 5-sulfophenyl)azo- H-Säure (12510), Säurefuchsin C.I.42685, Tartrazin C.I.19140 (60200), Säureviolett 520 Pina werden darüberhinaus neue Oxonol- und Azofarbstoffe, wie Me 689T (12290), PSK 77 (12320), Op 450 (12330), Bch 2999 (12350), Oxonolblau (33350) und Oxonolrot (05290) entwickelt.


1952

Mit dem Patent von Meyer/Birr zur kombinierten Reifungs-/Klarhaltungswirkung des S- Salzes und des Na- Salzes der Benzolthiosulfonsäure (12160), sowie der später erfolgten Aufklärung des Wirkungsmechanismus durch Gahler wird die Anwendung des S‑Salzes wesentlich gefördert.
Durch Walther wird die Chemie carbazidokondensierter Systeme mit 1000 Produkten durch die Kondensation von 5- und 6- Ring- Heterocyclen mit allen zur Verfügung stehenden a,g- Diketo- oder ähnlich reaktionsfähigen Verbindungen umfangreich bearbeitet und die Zahl der möglichen Indolizin- Stabilisatoren wesentlich erweitert, ohne daß jedoch unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Herstellungskosten eine günstigere Verbindung als das Sta- Salz gefunden werden kann.


1946

Die Nachkriegsereignisse führen zur Umwandlung der Filmfabrik in eine sowjetische Aktiengesellschaft.


1938

Die sogenannten „Fröhlich- Kuppler“ werden bereits erstmals im Kopiermaterial durch Weiterentwicklungen abgelöst. Von diesen sind noch im Jahre 1990 N-(3,5- Dicarboxyphenyl)-N- stearyl- 1-hydroxy- 2-naphthamid, N-(3- Carboxyphenyl)-2-(3,5- dicarboxyphenoxy)-2-(4- stearoyl- aminobenzoyl)acetamid und 1-(4- Phenoxy- 3-sulfophenyl)-3- heptadecyl- 5-pyrazolon in Wolfen im Einsatz.


1936

Der Agfacolor- Neu wird der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Als erster Mehrschichtfarbfilm mit eingelagerten Kupplern erhält er auf der Pariser Weltausstellung den „Grand Prix“.
Seit Mitte der 30er Jahre wird das Natrium- Salz der Benzolsulfinsäure (12490, S- Salz) als Klarhalter in der Emulsionsherstellung eingesetzt. Andere Filmfabriken verwenden später das entsprechende Salz der 4- Toluolsulfinsäure (12060).
Bei seiner Suche nach Stabilisatoren ohne negative Beeinflussung der Empfindlichkeit bei Einsatz von Mercaptoverbindungen stößt Birr auf die bereits 1907 von Bülow synthetisierten Triazaindolizine. Das Kondensationsprodukt aus Acetessigester und 3- Amino- 1,2,4- triazol erweist sich sofort als idealer Stabilisator (12210, Sta- Salz, Bi 583, TM- 2) Innerhalb von zwei Jahren erfolgt sein Einsatz in allen Filmsorten, und es ersetzt auch die Mebisäure in den Agfacolor- Neu- Materialien.
Damit kommt der Koslowsky- Effekt ohne Einschränkung der Empfindlichkeit voll zum Tragen. Diese bis heute einmalige Kombination von Goldkomplexen und Sta- Salz – bis zum Erscheinen der BIOS- und FIAT- Berichte unter strenger Geheimhaltung – findet seit 1945 in allen Filmmaterialien der Welt Verwendung.
Bis 1945 werden China-, Oxa-, Selena- und Thiacarbocyaninine in Form ihrer Jodide, Bromide, Chlorate und Ethylsulfate als spektrale Sensibilisatoren in allen Schwarzweiß- und Farbmaterialien eingesetzt (zum Beispiel 12680).


1935

Koslowsky erreicht durch die Verwendung von Goldsalzen bei wesentlichen Emulsionen Empfindlichkeitssteigerungen um das 2- bis 4- fache, jedoch teilweise mit geringerer Haltbarkeit.
Anfang April beginnen unter Leitung von Wilmanns die Arbeiten zum Agfacolor- Neu- Verfahren. Damit arbeiten fast alle Organiker der technisch- chemischen Abteilung, einschließlich der später hinzukommenden Fröhlich und Kumetat zunächst am neuen Farbkupplersystem. Das erste Patent wird bereits am 11.4.35 angemeldet (DRP 746135). Mit den weiteren Patentanmeldungen vom 8.8.35 (DRP 725872) und 6.12.35 (DRP 733407) liegt die Grundkonzeption des Wolfener Verfahrens mit Farbkupplern, die langkettige diffusionsfestmachende Fettreste und löslichkeitsvermittelnde Carboxy- oder Sulfo- Gruppen tragen, vor.


1928

Abgeleitet aus diesen Verbindungsklassen mit der Möglichkeit der Silbersalz- Bildung, Matthies/Wendt/Wulff DRP 473000, setzt die Agfa bis Mitte der 30er Jahre in allen Schwarzweiß- und Farbmaterialien die 2- Mercaptobenzimidazol- 5-sulfonsäure (12970, Mebisäure) als Antischleiermittel / Klarhalter ein. Als Erinnerung an diese bahnbrechende Erfindung gilt nach wie vor die Meinung von Birr: „Man muß die Chemie der Heterocyclen beherrschen, um Erfolg in der Synthese und der fotografischen Anwendung zu haben.“


1920

Wilmanns baut das Wissenschaftliche Laboratorium auf und schafft damit die Grundlage für eine planmäßige fotochemische Forschung. Unter seiner Leitung werden erstmalig in der Geschichte heterocyclische Verbindungen, wie Imidazole, Thiazole und Tetrazole als fotografische Klarhalter eingesetzt Sie führen zwar zu Empfindlichkeitsverlusten, bilden aber die Grundlage für den Agfa- Pankinefilm im Jahre 1925.


1910

Durch die Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation – Agfa – wird in Wolfen die Produktion von Rohfilm aufgenommen.